Ehrenamtliche in Präventionsfragen vernetzen sich
Ewelina Mehmeti (41) von der katholischen Pfarrei St. Cyriakus in Braunschweig will Kinder stark machen und die Präventionsarbeit durch Vernetzung voranbringen.
Seit Februar ist Ewelina Mehmeti die „in Präventionsfragen geschulte Person“ (PgP) für die katholische Pfarrei St. Cyriakus in der Weststadt. „Meine Idee ist es, den Blick nicht ausschließlich darauf zu richten, was wir tun können, `damit nichts passiert`, sondern wie können wir einander dafür sensibel machen, dass wir die Grenzen eines jeden Individuums nicht überschreiten“, erläutert Mehmeti. Es gehe auch konkret darum, Kinder stark zu machen.
Das Bistum Hildesheim hat alle seine Pfarreien und sonstigen Einrichtungen verpflichtet, ein institutionelles Schutzkonzept zur Vermeidung sexualisierter Gewalt zu realisieren und die PgP sind vor Ort wichtige Ansprechpersonen. Sie unterstützten bei der Umsetzung des Konzepts und kennen die Beschwerdewege. „Wir sind nur Lotsen, sollte ein Fall eintreten, kümmern sich ausgebildete Fachkräfte weiter“, erläutert die 41-Jährige.
In Kontakt mit der Pfarrei St. Cyriakus kam die dreifache Mutter aus Timmerlah im vergangenen Jahr, als sich ihr ältester Sohn auf seine Erstkommunion vorbereitete. Schon kurz hat sie mit vier Mitstreiterinnen die Erstkommunionvorbereitung der Pfarrei in der Weststadt zu übernommen, da die bisherigen Katecheten die Aufgabe an Jüngere abgeben wollten.
Aus diesem Anlass hat sie eine verpflichtende Präventionsschulung absolviert. „Im Anschluss ging ich mit vielen Fragezeichen nach Hause“, erinnert sie sich. Antworten bekam die Katholikin zu diesem Zeitpunkt in ihrer Kirchengemeinde keine, da damals das Schutzkonzept noch nicht veröffentlicht war. Sie ist auf Propst Martin Tenge zugegangen und hat sich bereit erklärt, die Rolle als PgP zu übernehmen.
Einen wichtigen Teil des Kommunionsunterrichtes sieht Mehmeti darin, Kinder gegenüber Erwachsenen und Gleichaltrigen in ihrer Selbstbestimmung zu fördern. „`Das ist meine Privatsache`, darf auch ein Kind sagen. Es gibt Dinge, die als selbstverständlich angesehen werden, aber nicht mehr in Ordnung sind. Es geht darum, zu fragen, `ist es für dich okay`“, erläutert sie. Mehmeti, die auf Lehramt studiert hat, setzt sich auch anderswo für Kinder ein. So erteilt sie ehrenamtlich in einer Grundschule Nähunterricht und sitzt als Elternvertreterin im Kitastadtelternrat.
Es ist zu spüren, dass Mehmeti die Präventionsarbeit eine Herzensangelegenheit ist. „Der Hauptgrund, warum ich mich engagiere, ist, dass ich sehr eng mit der katholischen Kirche groß geworden bin und immer nur Positives mitgenommen habe.“ Es geht ihr darum, Vertrauen zurückzugewinnen.
Als Teamplayerin hat sie – noch nicht im Amt – bereits Ende November 2024 beim Fachtag Prävention auf Dekanatsebene ihre Idee eines Netzwerkes aller PgP der katholischen Pfarreien in und um die Städte Braunschweig, Wolfenbüttel und Peine vorgestellt. Kürzlich fand das erste Netzwerktreffen in Braunschweig statt: „Ich erhoffe mir hier einen Pool an Infos und Fortbildungsmöglichkeiten, auf den jede und jeder dann bei Bedarf zugreifen kann.“
Sabine Moser



