Mit Segen leben – mehr als gute Wünsche

Für Gabriele Engler, Leiterin im ökumenischen Projekt „Mit Segen ins Leben“,  bedeute Segen viel mehr als ein netter Wunsch, wie sie in ihrem Beitrag betont: 

„'Gottes segne dich' – wann haben sie diesen Satz zuletzt gehört? Vielleicht bei einer Taufe, einer Einschulung oder einer Hochzeit. Aber was bedeutet das eigentlich?

Ein Segen ist mehr als ein netter Wunsch. Er ist ein Zuspruch, der Himmel und Erde verbindet. Wenn jemanden gesegnet wird heißt das: Du bist von Gott begleitet. Du bist getragen, auch wenn du es gerade nicht spürst. Das kann sich anfühlen wie ein Lichtstrahl, der durch die Wolken bricht oder wie die Wärme der Sonne auf der Haut: mein Inneres wird berührt.

In der Bibel ist Segen ein Zeichen von Leben, von Fülle, von Beziehung. Abraham wird gesegnet, damit er selbst zum Segen für andere wird. Auch heute gilt: Wer gesegnet ist, darf diesen Segen weitergeben – durch Worte, Taten, Aufmerksamkeit. Segen ist kein Besitz, sondern Bewegung und Beziehung.

Manchmal fragen Menschen: ‘Darf ich auch segnen?’ Ja! Denn Segen ist kein exklusives Privileg. Jeder Mensch kann segnen – mit einem guten Wort, einer liebevollen Geste, einem ehrlichen Gebet. Der Segen lebt davon, dass er geteilt wird.

‘Mit Segen ins Leben' heißt: Wir gehen nicht allein. Wir sind eingebunden in ein größeres Ganzes. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott mitgeht – in den Höhen und Tiefen, im Alltag und in den besonderen Momenten.

Vielleicht ist es Zeit, den Segen neu zu entdecken – nicht als fromme Floskel, sondern als Kraftquelle. Als Einladung, das Leben mit offenen Augen und offenem Herzen zu gestalten. Gesegnet zu sein heißt: Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist gesendet."

 

pkbs