Von der Sicherheitskraft auf dem Weg zum Theologen
Martin Krause sammelt zurzeit zahlreiche Erfahrungen bei seinem Gemeindepraktikum in St. Aegidien und weiteren Pfarreien Braunschweigs.
Lange schon gab es in den katholischen Pfarreien Braunschweigs keinen Theologiestudenten als Praktikanten mehr. Das ist jetzt anders. Zurzeit absolviert Martin Krause (34) hier im Pastoralen Raum mit großer Begeisterung sein dreiwöchiges Gemeindepraktikum. Er benötigt es für sein Theologiestudium in Paderborn.
„Gerade eben komme ich aus der St. Cyriakuskirche, da haben wir einer Schulklasse die Kirche gezeigt und eine Rallye veranstaltet“, berichtet er gut gelaunt. „In Braunschweig ist viel los, das Praktikum ist vielseitig und es wird nicht langweilig.“ So hat er in seinen ersten Tagen zu Beginn der Fastenzeit mitgeholfen, das Kreuz in der Kirche St. Aegidien zu verhängen, hat an einem Schulgottesdienst an Aschermittwoch mitgewirkt und war nachmittags beim interreligiösen Walk durch die Innenstadt mit dabei.
Daneben standen unter anderem ein Regionalgruppentreffen der Pastoralreferenten, eine Firmvorbereitung und ein Studientag zur Gremienwahl in St. Aegidien sowie der Dies communis, das Treffen der Hauptamtlichen im Dekanat, auf dem Programm. „Eine sehr ergreifende Erfahrung hatte ich bei einer sehr kleinen Beerdigung, geleitet von einem Pastoralreferenten“, so Krause.
Pastoralreferent ist das Berufsziel von Martin Krause. Sein Studium wird er in Kürze mit dem Magister abschließen und im August seine berufsbegleitende Ausbildung zum Pastoralreferenten als Pastoralassistent im Bistum Paderborn beginnen.
Krause ist im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern aus Schlesien nach Braunschweig gekommen und in der Weststadt aufgewachsen: „Wir gehörten zur Gemeinde St. Cyriakus, eigentlich zur polnischen Mission, aber wir waren auch viel in der deutschen Pfarrei unterwegs.“
Mit Mitte 20 hat Krause sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg am Braunschweiger Abendgymnasium nachgeholt, um Theologie studieren zu können. „Ich bin zehn Jahre lang Sicherheitskraft gewesen und habe dort viele Menschen am Rande der Gesellschaft erlebt. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, nach Abschluss meiner Ausbildung zum Pastoralreferenten im Gefängnis, in der Obdachlosen- oder Flüchtlingshilfe zu arbeiten“, sagt er zu seiner Motivation.
Neben St. Cyrikus kennt und schätz der angehende Theologe auch St. Aegidien sehr. Oft hat er hier die Samstagsvorabendmesse besucht. „Ich weiß noch, wie ich immer ehrfürchtig hinter der Kanzel saß. Die Kirche ist ein prächtiges Bauwerk“, sagt er mit strahlenden Augen.
Sowieso ist dem jungen Mann seine Begeisterung anzumerken: „Ich bin überwältigt, es gefällt mir wirklich sehr gut. Ich sammle jeden Tag andere Erfahrungen. Die Kollegen sind für jede Frage offen und erklären auch alles recht gut.“ Er habe hier auch gelernt, dass Improvisieren sehr wichtig ist. „Jetzt freue ich mich besonders auf die Amtseinführung von Weihbischof Marahrens und die Arbeit mit den Gemeindemitgliedern, insbesondere den Jugendlichen“, so Martin Krause.
Sabine Moser, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


