Bewegender Abschied von St. Marien
Unter Standing Ovations verabschiedete sich Stefan Hain nach 26 Jahren bei einem Familiengottesdienst als Gemeindereferent von der katholischen Pfarrei St. Marien in Querum.
„Seine eloquente und humorvolle Art hat uns immer wieder inspiriert und motiviert. Stefan war nie um klare Worte verlegen und legte gerne den sprichwörtlichen ‚Finger in die Wunde‘ – stets konstruktiv, immer mit dem Ziel, Dinge voranzubringen. Mit seiner erfrischenden Art schuf er ein besonders gutes Miteinander und brachte Themen zuverlässig auf den Punkt“, so Gabriele Ruppelt für den Pfarrgemeinderat zu Hains Verabschiedung.
Großgeschrieben hat Hain in seiner Zeit in St. Marien die Kinder- und Jugendarbeit. Der beliebte Gemeindereferent bereitete lebendige Familiengottesdienste vor, führte regelmäßig Kinderbibeltage und -wochen durch, in denen Mini-Musicals erarbeitet wurden, organisierte Krippenspiele und Sternsingeraktionen, war geistlicher Begleiter der Pfadfinder in Hondelage und hat gemeinsam mit zahlreichen Begleiter:innen knapp 800 Kinder auf ihre Erstkommunion und rund 500 Jugendliche auf ihre Firmung vorbereitet. Außerdem gründete er die Kirchenband „KiBa”, gestaltete das Layout des Pfarrbriefes, entwickelte die Homepage sowie den Newsletter der Pfarrei und kümmerte sich um Projekte wie den Draußen-Gottesdienst oder Kanutouren mit Jugendlichen in Schweden.
„Vieles lag schon auf dem Tisch, was heute ganz viel mit mir verbunden wird, zum Beispiel diese Bibelwochenenden und Musicals. Die Ideen dafür kamen aus dem Kreis der Ehrenamtlichen. Die Aktionen passten zu meinen Kompetenzen und Talenten und haben mich angesprochen“, sagt der Religionspädagoge bescheiden und ergänzt: „Es war immer meine Herangehensweise, möglichst mit den Menschen zusammen etwas zu tun und mit den Ehrenamtlichen auf Augenhöhe zu arbeiten.“
Stefan Hain wurde 1967 in Berlin geboren und studierte ab 1987 in Paderborn Religionspädagogik. Nach seinem Anerkennungsjahr in Bad Münder ging er für seine zweijährige Assistenzzeit nach St. Joseph in Braunschweig, wo er bis 1995 arbeitete. Nach seiner Elternzeit fing er im Jahr 2000 in St. Marien in Querum an und absolvierte 2002 eine Erlebnispädagogikfortbildung.
Der Gemeindereferent ist bereits seit Herbst 2025 für die Pfarrei St. Bernward im Heidberg zuständig und gehört zum Team des Pastoralen Raumes Braunschweig. Außerdem ist er neuerdings auch für St. Cyriakus in der Weststadt tätig und wechselt sich dort mit der pastoralen Mitarbeiterin Ewelina Mehmeti ab, die nun zum pastoralen Team von St. Marien zählt.
Wichtig war ihm stets die Präventionsarbeit auf Bistumsebene und in der Gemeinde: „Wir brauchen die Haltung, gut mit Kindern und Jugendlichen umzugehen.“ Hain lobt auch die von Vertrauen geprägte Zusammenarbeit mit Pfarrer Bernward Mnich, inzwischen im Ruhestand, über die Jahre hinweg: „Das ist nicht selbstverständlich. Ich konnte und durfte einfach machen.“
Besonders brennt er bei seiner Arbeit für die Bewahrung der Schöpfung und Übergangsrituale ins Erwachsenenwerden. „Diesen Schöpfungsgedanken trage ich schon lange mit mir und er hat sich in den letzten Jahren durch den Draußen-Gottesdienst verfestigt“, erzählt Hain. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nachhaltiger Kaffee oder umweltfreundliches Papier zu seinen ersten Ideen für seinen neuen Dienstort, die Propstei am Spohrplatz, zählten.
Mit dem Projekt „Morning has broken“ hat der Gemeindereferent ein Zusatzangebot für Jugendliche aus dem Firmkurs geschaffen, um sie auf dem Weg ins Erwachsen-Werden zu stärken. Dabei erwartet die jungen Leute ein Tag voller Gemeinschaft, stärkenden Aktivitäten und eine Übernachtung im Freien am Lagerfeuer. Parallel dazu treffen sich die Eltern, um über das Thema Loslassen zu sprechen. Passend dazu gibt es ein Ritual des Loslösens: Ein Band wird verknotet und dann zerschnitten. Beide Seiten nehmen einen Knoten mit, weil die Verbindung bleibt, auch wenn etwas Neues beginnt.
„An den Lebenswenden als Kirche da zu sein“, findet Hain wichtig. Er kann sich das Projekt „Morning has broken“ auch auf der Ebene des Pastoralen Raumes gut vorstellen, entweder um das Sakrament der Firmung zu verstärken oder aber als Angebot für Jugendliche, die sich kein Sakrament wünschen.
Begeistert ist der Gemeindereferent, wenn Dinge, die er anstößt, von anderen weitergeführt werden wie der Draußen-Gottesdienst oder die Firmvorbereitung. So haben sich viele junge Leute als Katechet:in für die Firmvorbereitung in St. Marien gemeldet und der besondere Gottesdienst sei inzwischen ein Selbstläufer.
„Für mich sind in den beiden neuen Pfarreien St. Cyriakus und St. Bernward Themen rund um die Sakramentenvorbereitung ein wichtiger Anknüpfungspunkt, um in die Pfarreien hineinzuwachsen“, berichtet er. Im Pastoralen Raum gehört die Arbeit in den pfarreiübergreifenden Kompetenzteams der Sakramentenkatechese zu seinem Schwerpunkt, daneben zählen die Netzwerkarbeit und die neue Homepage zu seinen Aufgaben.
Sabine Moser, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit



