Caritasverband löst Sozialdienst katholischer Frauen in der Schwangerenberatung ab

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) schließt seine Beratungsstelle in Braunschweig Ende des Monats nach mehr als 100 Jahren. Gleichzeitig löst sich der SkF-Ortsverband Braunschweig auf. 

„Die Beratung wird dann ab 1. Juli von der Caritas in denselben Räumlichkeiten in der Kasernenstraße 30 übernommen“, erläutert Karen Vogel, scheidende Geschäftsführerin und Schwangerenberaterin des SkF in der Löwenstadt. Vogel arbeitet weiterhin - zumindest anteilig - in der Schwangerenberatung, nur eben bei der Caritas. Klientinnen erreichen die Beraterin zwecks Terminabsprache unter derselben Rufnummer 0531 / 380 08-37.

„Nicht das fehlende Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen, sondern die fehlenden finanziellen Mittel machten diesen Schritt, diese Entscheidung letztendlich notwendig“, heißt es in einer Mitteilung des SkF Ortsverbandes Braunschweig zu seiner Auflösung.

„Bisher hatten wir die Schwangeren- und Familienberatung als Aushängeschild, dazu kamen die Projekte „Elternpraktikum mit Babysimulatoren" und „Frühe Hilfen” im Westlichen Ringgebiet", beschreibt Vogel die Angebote des SkF in der Löwenstadt. 

Die Angebote waren gut nachgefragt, so suchten fast 330 ratsuchende Frauen und Familien im vergangenen Jahr die Beratungsstelle auf, außerdem nutzten 89 Familien die Präventionsangebote in Form einer Eltern-Kind-Gruppe im Westlichen Ringgebiet. Das besondere dieser Gruppe waren unter anderem Bewegungsparcours und die regelmäßig angebotenen Vorträge zu Themen wie Erste Hilfe oder Zahnhygiene am Baby, Abstillen oder Aufräumen. 

Das Elternpraktikum für eine verantwortungsvolle Elternschaft mit zehn computergesteuerten Babysimulatoren für Schüler:innen ab der 9. Klassen fand 2025 an sechs Schulen statt, dazu kamen einige Informationsveranstaltungen. Hier ging es unter anderem um Themen wie Schütteltrauma oder Auswirkungen von Alkohol auf das Ungeborene.

Heike Willner, Vorsitzendes des Ortsverbandes, ist froh, dass die Caritas die Schwangerenberatung nahtlos übernimmt: „Bis auf den Briefkopf ändert sich eigentlich nichts für die Frauen, denen geholfen wird. Die Caritas war der erste Partner, den wir gefragt haben, ob sie die Schwangerenberatung von uns übernehmen wollen. Wir sind nämlich ein Fachverband der Caritas, jedoch mit eigenem Leitbild, eigenen Strukturen und Schwerpunkten.“ 

„Für die anderen beiden Projekte haben sich bisher leider keine Träger gefunden“, bedauert Willner und ist offen für Gespräche. So seien die Babysimulatoren noch neuwertig. Infrage kämen laut Vogel zertifizierte Schwangeren- und Familienberatungsstellen mit entsprechendem Konzept. 

„Wir möchten uns bei allen Spendern und den Stiftungen in der Region, die uns teilweise jahrzehntelang unterstützt haben, für die gute Zusammenarbeit und ihr Wohlwollen bedanken. Außerdem gilt unser Dank der Caritas, in der wir immer einen guten vertrauensvollen Partner in der Zusammenarbeit hatten“, betont Willner. Zu den Unterstützern  gehörten neben zahlreichen anderen die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Richard Borek Stiftung und die Stiftung Großes Waisenhaus.

Sabine Moser, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit