Mund-zu-Nase-Beatmung am Hund

Malteser in Braunschweig starten erfolgreich mit Erste-Hilfe-Kurs am Hund.

Wie messe ich bei meinem Hund Fieber oder Puls? Welche Werte sind normal? Wie verbinde ich die Pfote oder entferne eine Zecke? Was ist gefährlich für Hunde? In welchen Fällen sollte das Haustier sofort zum Tierarzt? Diese und ähnliche Fragen haben sich sicher die allermeisten Hundehalterinnen und -halter schon gestellt. Kein Wunder also, dass der neue Erste-Hilfe-Kurs am Hund bei den Maltesern in Braunschweig sofort ausgebucht war.

Mit Hunden haben die Malteser der Löwenstadt bereits seit gut 20 Jahren zu tun und bringen viel Know How mit: Im Jahre 2002 wurde die Rettungshundestaffel gegründet, 2011 folgte die Besuchshundeabteilung. Hundetrainerin Stefanie Hoffmann leitet den Besuchshundedienst und bildet dort ehrenamtliche Mensch-Hunde-Teams aus. Zur Ausbildung gehört ein Erste-Hilfe-Kurs am Hund dazu.

„Wegen der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen, einen Erste-Hilfe-Kurs am Hund für alle Interessierten zu öffnen“, erläutert Marion von der Pütten, Leiterin der Ausbildung bei den Braunschweiger Maltesern. Auch Frank Stautmeister, Stadtbeauftragter beim Hilfsdienst, hat sich für den Kurs stark gemacht. „Die Hundehalterinnen und -halter lernen beim Kurs, was bei Notfällen zu tun ist, dazu lernen sie die physiologischen Daten ihres Hundes kennen, wie man Puls und Atmung misst und was man z.B. an den Schleimhäuten des Tieres erkennen kann“, so Stautmeister.

„Bei Verdacht auf Vergiftung muss der Hund sofort zum Tierarzt“, warnt Kursleiterin Hoffmann die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Sonntagnachmittag. Gleiches gelte bei Blut im Erbrochenen, Urin oder Stuhl, Krämpfen, Blaufärbung der Zunge oder Atemnot. „Ihr kennt euren Hund. Wenn euer Bauchgefühl sagt, da stimmt etwas nicht, stimmt etwas nicht“, erklärt die Kursleiterin. „Es gibt Medikamente für Menschen, die dürfen Hunde nehmen, an anderen Medikamenten für Menschen sterben Hunde“, erläutert Hoffmann. Auch einige Lebensmittel seien für die Fellnasen lebensgefährlich wie beispielsweise der Süßstoff Xylit (Birkenzucker) oder insbesondere dunkle Schokolade.

Der Kurs kommt bei den Teilnehmern gut an. „Ich habe zwei Hunde, es kommt immer mal wieder vor, dass man einen Hund verarzten muss. Darauf will ich bestens vorbereitet sein. Beim Menschen kann man einen Notruf absetzen. Einen riesigen Hund muss man hingegen allein im Auto transportieren“, beschreibt Julia Schaake. „Außerdem gibt es in Braunschweig nicht jederzeit einen Tier-Notdienst“, ergänzt Marilyn Willuhn. Da müsse zur Tierhochschule in Hannover gefahren werden.

Alle sind interessiert dabei. Immer wieder geht es auch um Erfahrungsaustausch bei Unfällen, Erkrankungen, Verletzungen und mit Tierärzten – und natürlich um Floh, die eigentlich Florentine heißt. Die quirlige 5-jährige Australian Sheperd Hündin von Stefanie Hoffmann ist der Star im Kurs. Sie lässt sich bereitwillig von allen die Pfote verbinden oder den Druckpunkt an der Oberschenkelschlagader an der Innenseite ihres Hinterbeines suchen, um ihren Puls zu messen. Nur bei den Versuchen zur Mund-zu-Nase-Beatmung dient der Hunde-Dummy „Fred“ aus Plastik als Übungsobjekt – bewusstlos versteht sich.

Die Malteser bieten den Kurs „Erste Hilfe am Hund“ einmal im Quartal an. Der folgende Kurs findet am Sonntag, 15. Juni, von 13.30 bis 18.30 Uhr im Begegnungszentrum Gliesmarode (Am Soolanger 1a, 38104 Braunschweig) statt. Info und Anmeldung: Tel. 0531 / 237979-0 oder E-Mail: ausbildung.braunschweig(ät)malteser.org

 

Sabine Moser / pkbs