Mariä Aufnahme in den Himmel

Für Benedikt Fernkorn, Pastoralreferent im Pastoralen Raum Braunschweig , bleibt Maria Fürsprecherin und Vorbild. Wie der Theologe  in seinem Wort zum Hochfest Maria Himmelfahrt am 15. August betont, nicht nur, weil sie Jesu Mutter ist, sondern weil sie sich auf Gott eingelassen hat:

„Maria gilt als ideale Mutter und Frau. Nicht, weil sie die Rolle von Hausfrau und Mutter erfüllt und zu allem Ja und Amen sagt, sondern wegen ihrer bewussten und klugen Art, die sie bereits bei der Begegnung mit dem Engel und bei der Geburt Jesu aufweist. Die Bibel betont wiederholt, dass sie alles, was sie erlebt, in ihrem Herzen bewegt. Bis in die Neuzeit galt das Herz als symbolischer Ort des Verstandes. Jüngere, nicht biblische Texte gehen noch weiter. Sie nennen Maria den weisesten und gebildetsten Menschen ihrer Zeit.

Maria entscheidet sich bewusst für ihr Kind, für das Leben, das Gott ihr schenkt, und für Josef. Sie weiß, dass dieser Weg Leiden, Flucht und Vertreibung sowie den Verlust von Familie und Freunden bedeuten kann. Sie ahnt, dass er schwer wird, und entscheidet sich dennoch dafür: für Gott, für seine Geschichte mit dem Volk Israel und für die Menschen. Sie nimmt diese beinahe tragische Geschichte an und wird selbst Teil davon. Sie begleitet ihren Sohn bis zum Kreuz, bleibt anschließend bei den Jüngern und ist von so großer Bedeutung, dass der Überlieferung nach die Apostel aus aller Welt nach Jerusalem zurückkehren, um sich am Tag ihres Entschlafens von ihr zu verabschieden. Dieser Ort ist bis heute als Haus Mariens bekannt, die Dormitio Benediktinerabtei in Jerusalem. Er liegt in unmittelbarer Nähe zum Abendmahls- und Pfingstsaal.

Maria, die vielleicht stärker als jeder andere Mensch von Gott berührt wurde und nach seinem Willen lebte, bleibt Fürsprecherin und Vorbild. Sie ist dies nicht allein, weil sie Jesu Mutter ist, sondern weil sie sich bewusst auf Gott eingelassen hat und so Mutter der Christenheit werden konnte. Damit ist sie ein Fixpunkt auf dem Weg zu unserer Bestimmung: eins mit Gott zu werden, damit wir untereinander eins werden."

 

pkbs