Ökumenischer Gottesdienst gegen das Vergessen in Wolfenbüttel

Die Pfarrei St. Petrus, die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und die Wolfenbütteler Gruppe von Amnesty International laden auch in diesem Jahr zu einem ökumenischen Gottesdienst gegen das Vergessen ein. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 31. März, um 19.00 Uhr in der St.-Petrus-Kirche statt.

Der Gottesdienst steht unter dem Leitwort: „Ihre Haltung ist uns Ehre und Verpflichtung – nicht systemkonform dem eigenen Gewissen folgend“.

Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und weltpolitischer Spannungen gewinnt das Erinnern zunehmend an Bedeutung. Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenkens stehen drei Frauen, deren Leben durch Unrecht und Gewalt beendet wurde: Marguerite Bervoets, Anna Janßen und Jina Masha Amin. Mit Jina Masha Amin wird erstmals auch ein Opfer aus der Gegenwart in das Gedenken einbezogen.

Marguerite Bervoets engagierte sich ab 1941 in der belgischen Résistance und arbeitete später für den britischen Geheimdienst. 1942 wurde sie verhaftet, 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 7. August 1944 in Wolfenbüttel hingerichtet. Heute gilt sie in Belgien als Nationalheldin. In ihrem Abschiedsbrief bat sie ihre Eltern eindringlich, keinen Hass gegen die Deutschen zu empfinden – ein Zeugnis von Menschlichkeit und Größe selbst angesichts des Todes.

Der Gottesdienst lädt dazu ein, innezuhalten und der Opfer zu gedenken. Worte, Zeitzeugnisse, Musik sowie biblische Texte und Zeiten der Stille geben Raum für Erinnerung und Besinnung.

Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch im Roncalli-Haus.

pkbs