„Staffelübergabe nach 17 Jahren“
Pfarrer Bernward Mnich geht in den Ruhestand und übergibt die Leitung der Braunschweiger Pfarrei St. Marien einem fünfköpfigen Leitungsteam aus Ehrenamtlichen.
Seit 2008 war Bernward Mnich in der Pfarrei St. Marien in Querum der Pfarrer, Ende Januar verabschiedet sich der beliebte Geistliche nach insgesamt 41 Jahre aktiver Gemeindearbeit in den Ruhestand. „Es ist für mich das Gefühl einer Staffelübergabe, kein langsames Auslaufen.“ Er ist froh darüber, denn ein Staffelläufer wisse, wem er die Staffel nach seinem Endspurt übergibt. Die Pfarrei – eingebunden in den Pastoralen Raum Braunschweigs mit einer neuen Gottesdienstordnung für die ganze Stadt – bekommt keinen neuen Pfarrer mehr, hat aber durch ein Leitungsteam aus Gremienmitgliedern Zukunft.
Bernward Mnich wurde 1958 in Braunschweig geboren und ist in Schöningen bei Helmstedt aufgewachsen. Er war geprägt durch die Grenze zur DDR. „Da war damals die Welt zu Ende.“ Kirchliches Leben erlebte er eher klein und eingeschränkt. Nach seinem Abitur 1976 studierte er Katholischen Theologie an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt sowie an der Gregoriana in Rom auf Italienisch. Die Internationalität durch Studenten aus allen Kontinenten faszinierte ihn, er erlebte es als Weltkirche.
Nach fünf Jahren in Rom ging er 1984 zurück ins Bistum Hildesheim und wurde Kaplan in Braunschweig und Cuxhaven, bevor er seine erste Pfarrstelle in Hildesheim antrat. Bei einem dreimonatigen Sabbatical in Chicago schaute Mnich über den Tellerrand. „Hier erlebte ich ein sehr lebendiges, von vielen getragenes Gemeindeleben und eine großartige Kirchenmusik.“
Zurück in Deutschland übernahm er in einem Team mehrerer Geistlicher eine Pfarrstelle in Goslar, bevor er am 1. Advent 2008 Pfarrer in St. Marien in Querum sowie St. Martin in Wendhausen wurde.
„Ich fühlte mich von Anfang an gut aufgenommen in dieser lebendigen und vielschichtigen Gemeinde, zu der Menschen aus vielen Ortschaften und Ortsteilen gehören“. Besonders hebt er das kontinuierliche Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher hervor und lobt die vielfältige Kirchenmusik. Ganz wichtig war Mnich die gute ökumenische Zusammenarbeit der Querumer Kirchengemeinden. Ob gemeinsames Friedensgebet in St. Marien, ökumenischer Gottesdienst an Pfingstmontag oder die gemeinsame Martinsfeier - er pflegte mit Pfarrer Benedikt Sacha von St. Lukas und Pastor Thomas Ebel von der evangelischen Freikirche ein freundschaftliches Verhältnis.
Die Zeit ist für ihn schnell vergangen, es gab zahlreiche Veränderungen. „Dazu zählt nicht zuletzt der mehrjährige und intensive Prozess der Gemeindeentwicklung, zu dem wesentlich auch die Neugestaltung des Kirchenraumes von St. Marien gehörte,“ so Mnich. Eines der Ergebnisse ist das Angebot „St. Marien Kultur“. Die von Ehrenamtlichen organisierten Vorträge, Exkursionen, Konzerte, Tanzkurse oder künstlerischen Angeboten würden sehr gut angenommen.
Es war Pfarrer Mnich wichtig, mit den Ehrenamtlichen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten: „Wenn jemand Verantwortung übernimmt, muss er auch mitentscheiden dürfen.“ So auch beim Ende 2023 eingerichteten Arbeitskreis „Veränderung und Aufbruch“, aus dem das neue Leitungsteam der Pfarrei hervorgeht. Manuela Sehrt-Oppermann, Gabriele Ruppelt, Gabriele Vauti, Christian Mangelsdorf und Waldemar Krain haben sich aus eigenem Antrieb für die Aufgabe gemeldet, sind künftig für pastorale Themen, Verwaltung, Finanzen und Kommunikation zuständig. „Das war eine Sternstunde für mich“, freut sich der 68-Jährige.
Der Geistliche bleibt in seiner Heimatstadt und zieht ins Östliche Ringgebiet. Pläne hat er als musik-, kunst- und kulturbegeisterte Ruheständler bewusst noch keine. Er genießt es, noch nichts im Kalender stehen zu haben: „Ich freue mich, einfach mal spontan ein Konzert zu besuchen oder vielleicht wieder selbst aktiv Musik zu machen.“
Pfarrer Bernward Mnich wird am Samstag, 31. Januar, um 18 Uhr bei der Heiligen Messe in St. Marien (Köterei 3) verabschiedet. Anschließend sind alle herzlich zu einem Empfang im Pfarrsaal eingeladen. Fingerfood darf gerne mitgebracht werden.
Sabine Moser, Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit


