Mehr als 170 Kinder bereiten sich in Lehndorf auf das Dreikönigssingen vor
Bangladesch und Kinderarbeit stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Sternsinger-Aktion
Zusammen mit Svea, Hannah, Henrik und Jana bereiten sich zahlreiche Mädchen und Jungen in der katholischen Pfarrei Heilig Geist und der Wichernkirche, die zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Katarina von Bora gehört, auf ihre Sternsinger-Aktion rund um den 6. Januar vor. „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Leitwort des 68. Dreikönigssingens.
„In diesem Jahr haben sich besonders viele Kinder zum Sternsingen angemeldet“, freut sagt Agnes Stollenwerk über die insgesamt 172 Kinder, darunter zahlreiche Erstklässler aus den Grundschulen in Lamme und Lehndorf. Stollenwerk ist Kopf des Vorbereitungsteams und organisiert den ökumenischen Workshop schon seit vielen Jahren in der Pfarrei. „Wenn man den Kindern hier sagt, dass Kinder mitarbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen, verstehen schon unsere Kleinsten das Problem“, so Stollenwerk.
Beim Workshop in Heilig Geist haben sich die Mädchen und Jungen einen Film über das Leben der Kinder in der Bangladesch angeschaut. Dabei geht es um Kinder in dem 7500 Kilometer von Deutschland entfernten Land, die oft unter ausbeuterischen Bedingungen in der Fabrik arbeiten müssen. Etwa 1,8 Millionen Kinder sind in dem südasiatischen Land davon betroffen und müssen zum Familieneinkommen beitragen, statt zur Schule zu gehen. Viele schuften auch versteckt als Haushaltshilfen oder in der Landwirtschaft.
Dieses neuerworbene Wissen über Kinderarbeit konnten die Kinder in Lehndorf bei einem Teamspiel anhand von ausgewählten Fällen testen. „Täglich an der Straßenkreuzung stehen und Windschutzscheiben der Autos waschen, ist Kinderarbeit“, ruft ein Mädchen im Grundschulalter. Dass das bei einmal im Monat Rasenmähen nicht der Fall ist, sind sich alle einig. Bei einem weiteren Spiel lernten sie den langen Produktionsweg eines T-Shirts durch die Welt kennen, bevor es bei uns oft für sehr wenig Geld im Laden liegt. Daneben zählten Sternsingerlieder üben, Kronen- und Papiertütenbasteln zu den weiteren Stationen im umfangreichen Angebot für die etwa sechs- bis 12-Jährigen. Zum Schluss gab es für alle zwei verschiedene, nach allerlei Gewürzen duftende Gemüsesuppen, gekocht mit Rezepten aus Bangladesch.
Eigentlich ist das Dreikönigssingen mit dem Haussegen ein typisch katholischer Brauch, an dem sich nicht nur in Braunschweig alle katholischen Pfarreien beteiligen. Wie die beiden Kirchengemeinden in Lehndorf zeigen, sind in Braunschweig auch evangelische Kinder als Sternsinger aktiv. „Die Mehrheit der Mädchen und Jungen, die als Kaspar, Melchior und Balthasar den Haussegen nach Lamme, Lehndorf und ins Kanzlerfeld bringen, sind evangelisch", erklärt Stollenwerk. Die ökumenische Zusammenarbeit der Pfarrgemeinde Heilg Geist mit der evangelischen-lutherischen Kirchengemeinde Katharina von Bora funktioniere nicht nur bei den Kindern gut, das spiegle sich auch bei der Zusammensetzung des sechsköpfigen Vorbereitungsteams wider.
Mit der kommenden Aktion Anfang Januar wollen die Sternsinger in Braunschweig und überall in Deutschland ein Zeichen gegen ausbeuterische Kinderarbeit setzen. Sie sammeln wieder für viele Projekte in Bangladesch und in der ganzen Welt Geld, damit Gleichaltrigen geholfen werden kann, zur Schule zu gehen und ein glückliches Leben zu führen.
Die Kinder sammeln aber nicht nur Spenden für Gleichaltrige in Not, sondern verkünden auch mit Liedern die frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi und bringen mit dem Kreidezeichen „C+M+B“ den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen.
Träger der bundesweiten Aktion ist das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). 2025 sammelten die Mädchen und Jungen bundesweit über 48 Millionen Euro Spenden.
Wenn Sie die Sternsinger zu sich einladen wollen:
Sie können sich in die Listen eintragen, die in den Kirchen ausliegen. Dort erfahren Sie auch, wann und wo die Kinder unterwegs sind. Weitere Infos erhalten Sie bei den einzelnen Pfarrgemeinden unter www.dekanat-braunschweig.de/katholische-kirche-im-dekanat-braunschweig/gemeinden/
Sabine Moser, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


