Vom Ingenieur zum Religionspädagogen
Manuel Rios Juarez ist neuer KHG-Leiter in Braunschweig
Gemeindereferent Manuel Rios Juarez leitet seit dem Sommersemester das Katholische Hochschulzentrum (KHG) der Löwenstadt und ist direkter Nachfolger der langjährigen KHG-Leiterin Bettina Wehr.
Rios Juarez ist nun hier in Braunschweig zuständig für Studierende und Mitarbeitende der Technischen Universität, der Ostfalia und der Hochschule für Bildende Künste. Daneben gehört das Studierendenwohnheim mit etwa 120 Plätzen und zahlreichen internationalen Studierenden im Sielkamp zum KHG. Hier unterstützt der Religionspädagoge die jungen Leute durch Gesprächsangebote, Gutachten für verschiedene Stipendiengeber, außerdem kann das Hochschulzentrum bei kleinen finanziellen Notlagen kurzfristig aushelfen.
Rios Juarez plant, an seine Vorgängerin anzuknüpfen und auch in Zukunft mit den Studierenden das Semesterprogramm gemeinsam zu entwickeln und in der Ökumene Kräfte zu bündeln. Er ist bereits im Austausch mit seiner evangelischen Kollegin.
Zuvor war der 33-Jährige Referent für Schulpastoral im Tabor in Hannover, einem jugendpastoralen Zentrum der Katholischen Kirche in der Landeshauptstadt. Außerdem bringt er seinen Auftrag und Erfahrung in queersensibler Seelsorge mit und ist neben seiner Aufgabe in Braunschweig weiterhin als Ansprechperson im Team queersensibler Seelsorger:innen im Bistum Hildesheim aktiv.
Rios Juarez wurde – mit spanischen und mexikanischen Wurzeln – in Deutschland geboren, er spricht Spanisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und ein wenig Polnisch. In Braunschweig lebte er von 2012 bis 2016 als Student und bereits als Kind und Jugendlicher zwischen 2000-2007. In dieser Zeit besuchte er auch die katholische Grundschule Edith Stein und ging in St. Aegidien zur Erstkommunion.
Zwischen 2017 und 2020 studierte er in Paderborn Religionspädagogik und absolvierte im Anschluss seine berufsbegleitende Ausbildung zum Gemeindereferenten in Bremen-Nord, dem kleinen Teil Bremens, der noch zum Bistum Hildesheim gehört. Das dazugehörige Schulpraktikum war für ihn ein Sprungbrett in die Schulpastoral. „Die Kinder und Jugendlichen nicht zu verzwecken, sondern ihnen da zu begegnen, wo sie sowieso sind“, fand er sehr motivierend und sinnvoll.
Der KHG-Leiter kam über Umwege zur Religionspädagogik: „Von 2012 bis 2016 war ich noch technisch unterwegs und habe hier an der TU in Braunschweig Informations-Systemtechnik studiert.“ Nach seinem Bachelor-Abschluss zog er einen Schlussstrich. „In der Zeit hat sich bei mir ganz viel kirchlich getan, ich habe eigene authentische Glaubenserfahrungen gesucht“, beschreibt er.
Während seines Studiums in Braunschweig machte der Katholik sehr angenehme Erfahrungen in der Friedenskirche in der Kälberwiese: „Ich fühlte mich dort abgeholt in meinen religiösen Bedürfnissen. Mehr und mehr konnte ich mich dort einbringen mit Musik und Ehrenamt. Hier habe ich gemerkt, dass ich das vielleicht gerne als Beruf machen möchte.“ Damals war er Bandleiter für die Jugend, spielte Klavier, Gitarre und sang. „Meine erste wichtige Erfahrung mit der katholischen Kirche in Braunschweig war eine Pilgertour der Firmlinge von St. Aegidien bis zum Hildesheimer Dom vor knapp zehn Jahren“, berichtet er. Er gehörte zum Team der Betreuenden.
Ein besonderes Faible hat der Pädagoge neben der Musik für aktiven Sport, zum Beispiel Fußball oder Wandern. Vom Format „KontemplAction“ – eine Kombination aus Kontemplation und Action – ist er besonders begeistert. „Bei KontemplAction bieten wir actionreiche Sportarten zusammen mit Impulsen und Zeit zur geistlichen Selbsterfahrung an. Letztes Jahr haben wir dieses Format mit der Jugendpastoral ausprobiert und wollen es in Zukunft etablieren“, berichtet er. In diesem Jahr wird „KontemplAction“ für junge Erwachsene im Bistum Ende August in die Sächsische Schweiz angeboten (Infos unter: www.jugend-bistum-hildesheim.de/aktionen/kontemplaction-2025/). Für die Zukunft setzt Rios Juárez diesbezüglich auf verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Jugendpastoral und den Katholischen Hochschulzentren.
„Letztendlich kommt es nicht so sehr auf meine Vorstellungen an, sondern auf das, was die Studierenden brauchen, was sie mittragen und womit sie selbst etwas anfangen können“, ist es Rios Juarez wichtig zu betonen.
Sabine Moser, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


